Wie sicher sind Kinderspielsachen wirklich? Einige unangenehme Fakten...

Spielsachen gehören für Kinder zu den wichtigsten Dingen des Lebens. Ob Plüschtier, Actionfigur, Mini-Geschirrset oder Wasserball – Spielzeuge sind immer und überall dabei und mittendrin. Oft wandert das Spielzeug sogar mit ins Bett oder wird von Babys mit dem Mund erforscht. Der Kontakt zwischen Kindern und ihren Spielsachen ist also nicht nur regelmässig, sondern auch sehr direkt. Deshalb sollte Spielzeug keinesfalls in irgendeiner Weise schädlich sein!

 

Dies sind sich Eltern durchaus bewusst: In einer in Deutschland durchgeführten Studie der Prüfgesellschaft SGS aus dem Jahr 2017 gaben über 70% der befragten Erwachsenen an, dass sie fürchteten, dass sich Kinder an mangelhaften Spielsachen verletzen könnten. 71% der Befragten waren demnach auch bereit, für ein von einer unabhängigen Prüfgesellschaft getestetes Produkt mehr zu bezahlen. Bei der Kaufentscheidung lassen sich die Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur durch Warnhinweise von Verbraucherorganisationen beeinflussen, sondern auch durch negative Medienberichte. Zudem wird das Herkunftsland oft als ausschlaggebender Qualitätsindikator herangezogen: Produkte aus Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, Frankreich oder der Schweiz, werden als relativ sicher eingestuft, während gegenüber Herkunftsländern, wie zum Beispiel Indien, China oder Bangladesch, Bedenken bestehen. Nebst den Anforderungen an die Sicherheit eines Spielzeuges steht für die Befragten zudem im Vordergrund, dass das Produkt nicht durch Kinderarbeit entsteht oder dass es umweltschonend ist.

 

Die Sicherheit von Spielzeug ist in der EU festgelegt in der Toy Safety Directive 2009/48/EC und in der Schweiz in der Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern über die Sicherheit von Spielzeug (sogenannte Spielzeugverordnung VSS) . Relevant sind ausserdem verschiedene Europäische Normen (DIN EN), die sich ebenfalls spezifisch auf die Sicherheit von Spielzeug beziehen. Somit bestehen klare Regeln und Vorgaben, auf deren Einhaltung jedes Spielzeug getestet werden kann. Verschiedene Organisationen machen dies auch regelmässig, so zum Beispiel die Stiftung Warentest. Die Ergebnisse sind dabei teilweise erschreckend: In verschiedenen Tests von 2011 bis 2015 waren 35 der 100 durch die Stiftung getesteten Spielzeuge mangelhaft. Dies insbesondere aufgrund von Schadstoffen in den Produkten, wie zum Beispiel gefährliche Substanzen im Lack von Holzspielzeug. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für solche Gefahrenquellen zum Glück grösser geworden und somit die Sicherheit höher, was eine spätere Studie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2017 zeigt. Diese untersuchte 30 Erstspielzeuge für Babys (z.B. Greiflinge oder Schnullerketten). 23 von 30 Spielsachen wurden dabei mit gut oder sehr gut bewertet. Trotzdem wurden aber 4 Produkte als mangelhaft eingestuft, da sie gesundheitsschädliche Stoffe oder verschluckbare Kleinteile enthielten oder die Gefahr von Strangulation bargen. Diese vier Produkte widersprachen deutlich den geltenden rechtlichen Vorgaben und hätten keinesfalls verkauft werden dürfen.

 

Die meisten Spielzeuge bergen für Kinder eine Gefahr aufgrund ihrer Belastung mit gesundheitsschädlichen Chemikalien. Insbesondere in Kunststoffspielsachen werden häufig sogenannte Phthalate als Weichmacher eingesetzt, diese gelten als krebserregend und können sogar hormonell wirksam sein. Auch können gewisse Duftstoffe Allergien hervorrufen. In der Umgebung von Kindern sind solche Schadstoffe sehr gefährlich, da sich Kinder noch im Wachstum befinden und sie somit besonders empfindlich darauf reagieren. Im Extremfall können hormonell bedingte Krankheiten, Allergien oder ein frühzeitiger Eintritt in die Pubertät die Folge sein. Produkte, die die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen, müssen deshalb vom Markt genommen werden; im Jahr 2014 zum Beispiel waren dies in der ganzen EU unglaubliche 650 Spielzeuge. Das Problem dabei ist aber, dass diese Rückrufe erst erfolgen, wenn bereits Schäden aufgetreten sind, da Spielsachen keiner Zulassungspflicht unterliegen und somit nicht getestet werden müssen, bevor sie auf den Markt gelangen. Herstellungsunternehmen können ihre Produkte freiwillig prüfen lassen, die Realität zeigt aber, dass nur ein sehr kleiner Teil der Spielsachen, die in der EU gekauft werden können, tatsächlich von einer unabhängigen Stelle getestet worden sind. Dazu kommt erschwerend hinzu, dass für Spielsachen auch keine Deklarationspflicht dafür besteht, welche Chemikalien in einem Produkt enthalten sind und welche Schäden diese möglicherweise hervorrufen können. Verschiedene Verbraucherschutzorganisationen und NGOs kritisieren deshalb die bestehenden Regelungen in der EU und verlangen, dass für Spielsachen schärfere und umfassendere Vorgaben eingeführt werden.

 

Diese Zahlen und Fakten zeichnen ein etwas düsteres Bild und du fragst dich nun vielleicht, wie du denn nun guten Gewissens Spielsachen für deine Kinder kaufen kannst? Dafür geben wir dir gerne die folgenden Tipps mit auf den Weg:

1. Informiere dich

Wie bei vielen Produkten ist dies wohl das Wichtigste, was du selbst machen kannst. Aufgrund des grossen Schadenpotentials lohnt es sich definitiv, sich vor dem Kauf über die Sicherheit eines Produktes zu informieren. Viele Herstellerinnen und Hersteller, welche ihre Produkte getestet haben, kommunizieren dies nämlich oft proaktiv und offen. Organisationen wie die Stiftung Warentest prüfen darüber hinaus regelmässig verschiedene Produkte und vergeben dafür Bewertungen. Bitte informiere dich insbesondere auch beim Kauf von Smart Toys! Die aktuellen europäischen Sicherheitsanforderungen sind diesbezüglich nämlich noch deutlich zu tief. Bei Produkten, die zum Beispiel eine Verbindung zum Internet aufbauen, Bluetooth-fähig sind, mit einer App verbunden sind oder ein Mikrofon besitzen, ist besondere Vorsicht geboten, um die Privatsphäre deines Kindes zu schützen.

Ein kleiner Hinweis noch zu diesem Thema: Das Gütesiegel CE bedeutet, dass ein Produkt die europäischen Sicherheitsnormen erfüllt und zwar bezüglich der chemischen, mechanischen und elektrischen Sicherheit. Dies ist aber eine Selbstdeklaration der Herstellerin oder des Herstellers. Die Erklärung kann überprüft werden, dies ist aber nur selten der Fall.

 

2. Wähle eher Holz statt Plastik

Auch bei Holzspielzeugen besteht die Gefahr, dass im Lack Schadstoffe enthalten sind. Bei Spielsachen aus Kunststoff liegt die Wahrscheinlichkeit dafür aber deutlich höher. Holzspielzeuge sind zudem meist robuster und brechen bzw. splittern deshalb weniger schnell. Zudem sind sie tendenziell ökologischer und halten länger.

 

3. Mach den Test

Wenn du Produkte nicht online, sondern direkt im Laden kaufst, hast du den Vorteil, dass du diese direkt in die Hand nehmen kannst. Nutze das und rüttle etwas am Spielzeug oder schnuppere auch daran. Wenn gewisse Teile wackeln oder sich lösen oder das Produkt unangenehm riecht, gehe lieber kein Risiko ein und entscheide dich für ein anderes Spielzeug…

 

4. Achtung: Nicht alle Kinderartikel sind Spielsachen!

Es gibt viele Produkte, die zwar auf Kinder ausgerichtet sind, aber nicht als Spielzeug eingestuft werden (zum Beispiel Badeartikel). Somit unterliegen sie nicht den offiziellen Richtlinien und Grenzwerten für Spielzeug. Schau bei diesen Produkten also unbedingt noch genauer hin!

 

Wir haben uns ausgiebig mit der Sicherheit des Timebow auseinandergesetzt, da es uns extrem am Herzen liegt, dass du diesen ohne Bedenken deinem Kind in die Hand geben kannst! Das Holz ist deshalb mit einem lebensmittelechten Lack behandelt, der Leuchtkörper besteht aus Acrylglas (einem stoss- und schlagfesten Material) und das Batteriefach lässt sich von einem Kind nicht öffnen. Da der Timebow über eine elektronische Steuerung verfügt und batteriebetrieben ist, haben wir zudem sichergestellt, dass er RoHS-konform ist, also die Vorgaben zur Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten erfüllt. Wir haben den Timebow von einer unabhängigen Prüfstelle nach den folgenden Richtlinien testen lassen. Obwohl der Timebow kein Spielzeug ist, wurde er auch auf die Einhaltung der strengeren spezifischen Richtlinien für Spielsachen geprüft:

 

  • EN 55015: Grenzwerte und Messverfahren für Funkstörungen von elektrischen Beleuchtungseinrichtungen und ähnlichen Elektrogeräten 
  • EN 61000 (Teile 4-2 und 4-3): Elektromagnetische Verträglichkeit 
  • EN 62115: Elektrische Spielzeuge – Sicherheit 
  • EN 62471: Photobiologische Sicherheit 
  • EN 71-1: Sicherheit von Spielzeug: Mechanische und physikalische Eigenschaften 
  • EN 71-2 : Sicherheit von Spielzeug: Entflammbarkeit 

Falls du Fragen zur Sicherheit und Konstruktion des Timebow hast, sind wir natürlich jederzeit gerne für dich da! Am besten erreichst du uns direkt über unser Kontaktformular 

 

Quellen:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (2015). Achtung: Spielzeug! Gesundheitsgefährliche Chemikalien in Kinderprodukten 

Mirra, G. (2017). Ist Kinderspielzeug so gefährlich? LifeVERDE

SGS Group (2017). Sorge vor Produktmängeln bei Spielwaren weit verbreitet 

Stiftung Warentest (2017). Greiflinge, Schnullerketten und Kinderwagenketten im Test 

VdTÜV (2018). Verbraucherschutz: TÜV-Verband fordert mehr Sicherheit bei digitalem Spielzeug 

WECF (2019). Alle Jahre wieder – Gefährliche Chemikalien in Spielzeugen gefährden unsere Kinder

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