Wie verstehen Kinder die Zeit?

«Mama, Papa – Wie lange dauern zehn Minuten?» Diese Frage haben vermutlich viele Eltern bereits gehört. Oftmals weiss man dabei aber nicht, welche Antwort man geben soll. Denn schliesslich dauern zehn Minuten ja genau zehn Minuten und wie lange das ist, sagt uns Erwachsenen unser Zeitgefühl. Doch wie sieht es bei Kindern aus?

Bis ca. acht Jahren nur ein beschränktes Zeitgefühl 

Das Zeitgefühl, welches uns Erwachsenen sagt, wie lange zehn Minuten dauern, befindet sich bei Kleinkindern noch in der Entwicklung: Sie haben ein bruchstückhaftes und unstrukturiertes Gefühl für und Wissen über die Zeit. Erst mit ungefähr sieben Jahren bis acht Jahren verstehen Kinder nämlich die Zeit auf der Uhr. Auch das sogenannte Zeitwissen über die Uhrzeit, Wochentage, Monate, Jahreszeiten und Zeitbegriffe entwickelt sich erst mit diesem Alter.

Drei Stufen der Entwicklung des Zeitempfinden

Generell lassen sich in der Entstehung des Zeitbewusstseins bei Kindern drei Stufen unterscheiden:

Naives Zeiterleben

Im Kleinkindalter steht die Gegenwart im Fokus der kindlichen Aufmerksamkeit – Vergangenheit und Zukunft sind weniger wichtig und werden deshalb auch im Wortschatz nicht wirklich gebraucht. Die Zeit ist untrennbar mit dem Erlebten verbunden und vergeht für das Kind nicht immer gleich schnell, sondern kann sich zusammenziehen oder dehnen.

Zeitwissen

Ungefähr mit dem Eintritt in die Schule lernt das Kind, mit zeitlichen Ordnungsbegriffen umzugehen. Es unterscheidet also beispielsweise zwischen gesternmorgen und in zwei Wochen und beginnt zusätzlich, das Zahlen- und Zeitsystem der Uhr zu verstehen.

Zeiterfahrung und -reflexion

Mit dem Einsetzen der Pubertät verfügen Kinder – oder zu diesem Zeitpunkt bereits Jugendliche – über ein Gespür für Zeithorizonte. Zudem beginnen sie zu diesem Zeitpunkt, die eigene „Zeitlichkeit“ zu verstehen, also die Entwicklung des eigenen Körpers und Geistes im Zeitverlauf. Wie schnell ein Kind jedoch den Umgang mit der Zeit lernt und ein Gefühl dafür entwickelt, ist sehr individuell. Rhythmus und Routine im Alltag können dabei die Entwicklung des Zeitbewusstseins fördern oder auch, wenn Eltern die Zeit erklären, zum Beispiel entlang von Handlungen oder Ereignissen. Beides hilft dem Kind dabei, ein Verständnis für Handlungsfolgen zu entwickeln und dadurch die Zeit besser zu verstehen. Dabei soll aber nicht vergessen werden: Jedes Kind und seine Entwicklung ist anders, weshalb man eben auch der Zeit Zeit lassen muss. Um diese Entwicklung zu unterstützen, kann auf verschiedene Hilfen zurückgegriffen werden. Eine davon sind die Timebows, die Ihr Kind auf spielerische Art bei der Entwicklung des Zeitgefühls unterstützen. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie die Timebows für mehr Zeitverständnis bei Ihrem Kind sorgen.

 

 

Quellen:

De Coster, L. & Blanchard, C. (2013). Die Zeitvorstellung junger Kinder und das Zeitverständnis unserer Gesellschaft. 

Kübler, M. (2008). Entwicklung von Zeitbewusstsein bei Kindern der 1. - 4. Klasse.

Wissing, S. (2004). Das Zeitbewusstsein des Kindes. Eine empirisch-qualitative Studie zur Entwicklung einer Typologie der Zeit bei Kindern im Grundschulalter

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